Am Mittwoch wurde der zweite Überforderungstest im Rechnen geschrieben. Überforderungstests sind eine relativ neue Testform. Bei einem solchen Test werden den Kindern alle Schwierigkeitsstufen von Klasse 1 bis 4 vorgelegt. Die Überforderung liegt also darin, dass die Kinder nicht alle Aufgaben bearbeiten können bzw. sollen, sondern nur das, was sie sich zutrauen.
Der Test enthält Plus-, Minus, Mal- und Geteiltaufgaben, Gleichungen (Platzhalteraufgaben), sowie zu lösende Rechengeschichten.
- Klasse 1: neun Aufgaben (z.B. 5 + 5 = 13 - __)
- Klasse 2: neun Aufgaben (z.B. 23 + __ = 55 - 12)
- Klasse 3: elf Aufgaben (z.B. 720 :
- Klasse 4: vier Aufgaben (z.B. 5341 - 2562)
Die 2a erreichte im Durchschnitt 14,4 Punkte. Am Ende von Klasse 1 lag der Wert bei 8,5.
Bei den Aufgaben für Klasse 1 lag der Schnitt bei 8 von 9 Aufgaben, bei den Klasse 2 Aufgaben wurden im Schnitt 4,5 von 9 Aufgaben erreicht. Von den Klasse 3 Aufgaben wurden im Schnitt 1,5 richtig gerechnet, bei den Aufgaben der 4. Klasse 0,5. Die Bandbreite in der Klasse ist zudem extrem! Das beste Ergebnis ist um den Faktor 6 größer als das schwächste! Überrascht hat mich sehr, dass sich nur eine handvoll Kinder der Rechengeschichte für die 2. Klasse widmete. Das könnte daran liegen, dass sich darin eine Geteiltaufgabe versteckt, womit sich erst die allerwenigsten Kinder beschäftigen, was aber auch kein Beinbruch ist!
Der Test wird am Ende von Klasse 2 erneut geschrieben, um die Entwicklung zu sehen. Derselbe Test wurde bereits am Ende von Klasse 1 geschrieben.

14. Februar 2010 um 13:31 Uhr
Für die Verdeutlichung des Leistungsstandes der Klasse wäre interessant zu wissen… Wie hoch war denn der Wert für die Aufgaben der Klasse 1 und 2? Bei welchem Wert lag denn der Median?
20. März 2012 um 20:24 Uhr
Lieber Marek Breuning,
ich würde unglaublich gerne mit meiner Klasse zum 2. Mal den Überforderungstest schreiben, finde ihn aber dieses Mal leider nicht im Netz. Könnten Sie mir den Test netterweise mailen? Das würde mir sehr viel Arbeit ersparen …
Ich leite eine 2. Klasse mit 16 SchülerInnen, davon sind 2 hochbegabt, 4 sind lernbehindert, ein Kind ist extrem verhaltensgestört, 3 sind sehr schwach (aber ohne Gutachten
), die anderen sind mehr oder weniger leistungsstark.
Leistungswillig, motiviert und fröhlich sind sie alle!
Liebe Grüße
Christine Schley
20. März 2012 um 22:16 Uhr
Ein Überforderungstest ist prinzipiell recht einfach selbst herstellbar. Er enthält ja pro Klassenstufe nur vergleichsweise wenige Aufgaben. Denn ich will ja in erster Linie sehen, was ein Kind schon alles kann und nicht in 5 typgleichen Aufgaben erkennen müssen, dass sie sie noch nicht kann. Dazu genügen mir nur ein bis maximal zwei Aufgaben pro Aufgabentyp, z.B. Multiplikation mit zweistelligen Zahlen, um zu erkennen, wie sicher ein Kind dabei ist. Die von mir erstellten Tests, die ich in Klasse 3 und 4 eingesetzt habe, beinhalten schwerpunktmäßig den arithmetischen Bereich. Allerdings habe ich die Tests so konzipiert, dass sie auch als „normale” gruppenbezogene Klassenarbeiten durchgehen. Auch ich denke gezwungenermaßen ökonomisch.
In dem Dokument, das ich Ihnen zugeschickt habe, sehen Sie einen Test „Klasse 1/2″. Den ließ ich mehrmals zu verschiedenen Zeitpunkten in Klasse 1/2 schreiben. Er enthält, wenn ich mich recht erinnere, Aufgaben, die Falko Peschel in seinem Überforderungstest genutzt hat.
Generell muss man sich bei einem Überforderungstest bewusst werden, was die „Kernaufgaben” der einzelnen Schuljahre sind, damit man genau sehen kann, an welchen Stellen ein Kind noch Schwierigkeiten hat oder was es schon sicher beherrscht - wo das Kind letztendlich „steht”. Dabei denke ich immer vom Ende her, also was sollte das Kind „am Ende von Klasse 1, 2, 3 oder 4″ können. Ein derartiger Test ist auch für die anderen Bereiche leicht erstellbar. Um die langfristige Entwicklung gezielt beurteilen zu können, müsste ein und derselbe Überforderungstest zu verschiedenen Zeitpunkten geschrieben werden. Zumindest müssten die Aufgabentypen gleich sein, wohingegen sich die Zahlen ja verändern können, damit sie sich ein Kind nicht einprägt.
Bitte geben Sie die Tests, die ich Ihnen zugeschickt habe, nicht weiter.