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Blog in der Grundschule: „Maarkinder”

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Für die Kin­der, die ich nun im 3. Schul­jahr als Klas­sen­leh­rer begleite, habe ich vor ein paar Tagen einen eige­nen Blog ein­ge­rich­tet, und zwar ist das die Seite Maar­kin­der. Auf diese Idee brachte mich eine Kol­le­gin, die bereits etwas Ähn­li­ches gemacht hat - siehe unten rechts auf der Web­seite der Grund­schule Neu­potz.

Der Blog ver­folgt meh­rere Aspekte:

  • Ort, an dem Geschich­ten, Rechen­ge­schich­ten und vie­les andere mehr ver­öf­fent­licht wer­den können
  • (lang­fris­tige) per­sön­li­che Doku­men­ta­tion von aus­ge­wähl­ten Arbeits­er­geb­nis­sen, zum Bei­spiel in Form von Fotos
  • Mög­lich­kei­ten des Feed­backs unter­ein­an­der und durch externe Per­so­nen (pro­zess­ori­en­tier­tes Ler­nen durch Kritik)
  • Durch­füh­ren von selbst gewähl­ten Haus­auf­ga­ben, sofern von zu Hause mög­lich und freiwillig
  • Auf­bau einer kri­ti­schen Hal­tung gegen­über Daten, die im Inter­net ver­öf­fent­licht wer­den (Was darf man ver­öf­fent­li­chen, was nicht?)
  • Her­an­füh­ren und Ein­be­zie­hen des Com­pu­ters für das Ler­nen, Umgang mit dem Internet

Über die Arbeits­weise am Blog fin­den sich wei­tere Infor­ma­tio­nen im Arti­kel Feh­ler erlaubt?

Es wäre schön, wenn die Leser von Skolnet.de auch einen Abste­cher zu Maar­kin­der machen wür­den. Die Kin­der freuen sich sehr über Kom­men­tare zu ihren geschrie­be­nen Arti­keln und auch über einen Ein­trag ins Gästebuch.

Bevor ich Maar­kin­der an die Schü­ler frei­ge­ge­ben habe, infor­mierte ich die Eltern auf einem Eltern­abend und bat sie um ihr schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis. Da die Kin­der noch min­der­jäh­rig sind, ist das zwin­gend erfor­der­lich! Inter­es­sierte Kol­le­gIn­nen kön­nen sich hier meine Vor­lage für das Ein­ver­ständ­nis her­un­ter­la­den. Wie man dem Inhalt der Vor­lage ent­neh­men kann, kon­trol­liere ich, was die Kin­der ver­öf­fent­li­chen dür­fen. Dies wird dadurch ermög­licht, dass ich den Kin­dern nur bestimmte Benut­zer­rechte zuge­wie­sen habe. So muss jeder Arti­kel, der ver­öf­fent­licht wird, vom Admi­nis­tra­tor bzw. mir, frei­ge­schal­tet wer­den. Das gibt letzt­lich mir die nötige Rechts­si­cher­heit. Denn schließ­lich ist der Betrei­ber einer Web­seite für die ver­öf­fent­lich­ten Inhalte verantwortlich.

Übri­gens, der Name Maar­kin­der hat nichts mit dem Autor Paul Maar zu tun. Er geht viel­mehr auf die ört­li­chen Gege­ben­hei­ten zurück.

Anmer­kung

Da ich immer wie­der mal Anfra­gen von Kol­le­gIn­nen nach dem „Wie geht das?” erhalte, stelle ich hier ganz kurz vor, wie man einen eige­nen Blog bei einem Pro­vi­der lokal ein­rich­ten kann.

  1. Suche dir einen Webhosting-Provider: Auf Web­host­list las­sen sich geeig­nete Pro­vi­der fin­den, wenn man die Seite pri­vat finan­zie­ren möchte. Sicher­lich ist es auch mög­lich, beim ört­li­chen Schul­trä­ger nach­zu­fra­gen. Vor­teil: Keine Kos­ten für das Hos­ting. Nach­teil: Je nach tech­ni­scher Kom­pe­tenz des Per­so­nals, wird einem „ent­spre­chend” gehol­fen. Zudem ist man bei Pro­ble­men zeit­lich an das Per­so­nal vor Ort gebun­den. Pri­vate Anbie­ter sind hier viel flexibler.
  2. Melde dich bei einem Pro­vi­der an: Wärms­tens emp­feh­len kann ich den pri­va­ten Anbie­ter All-Inkl.de. Man muss einen Tarif wäh­len, wo einem min­des­tens eine MySQL-Datenbank bereit­ge­stellt wird. Der Pro­vi­der erle­digt nach der Anmel­dung alle Auf­ga­ben, damit die Web­seite star­ten kann. Nach 2-3 Tagen ist es dann meist so weit.
  3. Soft­ware ein­rich­ten: Wenn man sich bei All-Inkl.de anmel­det, kann man sich als Anfän­ger viel Arbeit erspa­ren. Denn im Einstellungen-Menü lässt sich ein Word­Press-Blog mit nur ein bis zwei Klicks instal­lie­ren. Fort­ge­schrit­tene kön­nen sich die Soft­ware auch manu­ell her­un­ter­la­den und die Daten mit­tels eines „FTP-Programms”, z.B. File­zilla, auf den Ser­ver schie­ben. Es gibt auch andere Blog-Systeme, wie z.B. Seren­di­pity, und auch die CMS-Kolosse wie Joomla, Dru­pal, Typo3 o.a. Für die oben auf­ge­zähl­ten Punkte, die ich mit der Klasse ver­folge, eig­net sich Word­Press her­vor­ra­gend. Denn es gibt eine rie­sige Com­mu­nity, die Plugins ent­wi­ckelt und einem bei Fra­gen hilft. Außer­dem ist Word­Press ein­fa­cher zu hand­ha­ben und viel über­sicht­li­cher als ein klas­si­sches CMS.
  4. Blog ein­rich­ten: Nach­dem die Soft­ware Word­Press instal­liert ist, kann man nun den Blog selbst ein­stel­len. Da Word­Press weit ver­brei­tet ist, fin­det man im Netz glück­li­cher­weise sehr viel kom­pe­tente Hilfe und aus­führ­li­che Anlei­tun­gen. Nicht ver­ges­sen sollte man (spä­tes­tens) am Ende, den Blog gegen unbe­fugte Ein­griffe von außen abzu­si­chern (Stich­wort: .htac­cess ein­stel­len, Rechte kor­rekt set­zen, Sicher­heits­plugins instal­lie­ren). Tipp: Wer erst ein­mal in Word­Press nur rein­schnup­pern möchte, kann sich auch ein­fach auf de.Wordpress ein Konto ein­rich­ten. Damit kann man Schritt 1-3 vor­läu­fig vernachlässigen.
  5. Im Prin­zip kann es jetzt los gehen! Wie lange dau­ert das alles bis man los­le­gen kann? Wenn man das schon mal gemacht hat, ist man mit Punkt 3 und 4 in etwa 30 Minu­ten fer­tig, je nach­dem, wie genau man alles ein­stel­len möchte. Macht man das zum ers­ten Mal, sollte man sich dafür ein Wochen­ende lang Zeit neh­men, sofern man den Anspruch hat, auch zu ver­ste­hen, was man da tut.

Ich bitte darum, keine wei­te­ren Anfra­gen mehr bezüg­lich der Ein­rich­tung von Blogs an mich zu stel­len, son­dern dafür die zahl­reich vor­han­de­nen WordPress-Foren auf­zu­su­chen. Danke!

Nach­trag: Danke an Frau Pl. für’s Kor­rek­tur­le­sen und dei­nen Hin­weis dar­auf, dass man das Wort „Blog” nicht als „der Blog”, son­dern „das Blog” schrei­ben müsse. Da mir „der Blog” geschmei­di­ger von den Lip­pen geht, behalte ich diese Schreib­weise aber vor­erst bei, solange bis „das Blog” - ei, ei, ei, das klingt ein­fach nicht schön - in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch über­gan­gen ist. ;-)

Wei­ter­ge­hende Informationen

Andere Pra­xis­bei­spiele zum Ein­satz von Blogs in Klas­sen stellt die Leh­rer­aus­bil­de­rin Lisa Rosa in ihrer Blog­werk­statt vor.

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