Mindmaps (Gedankenkarten, Gedächtnisnetze) erfreuen sich in den letzten 20 Jahren großer Beliebtheit. Auch in den Schulen gehören sie praktisch zum festen methodischen Standardrepertoire. So können neue Themen derartig vor- und aufbereitet werden. Auch zum Festigen von Gelerntem eignen sie sich hervorragend. Es gibt noch viele andere Einsatzmöglichkeiten mehr. Wie man Mindmaps am Rechner nachbilden kann, stelle ich im folgenden Artikel dar.
Hinweis: Anstelle des Programms Freemind empfehle ich mittlerweile eine Weiterentwicklung davon namens Freeplane. Meine Anleitung hier im Artikel ist auf Freeplane übertragbar!
Was ist Freemind?
Die Hirnforschung hat uns gezeigt: Das Gehirn ist unermüdlich dabei, Informationen zu sortieren und sie in Gruppen einzuordnen. Derart aufbereitet erinnert sich unser Gehirn leichter an diese Information. Mit Freemind ahmen wir diesen Prozess nach. Dabei entsteht eine so genannte Mindmap, bei der die Beziehungen zwischen den Informationen grafisch dargestellt werden.
Mindmaps können wir zu praktisch allen Lebensbereichen erstellen! Sie eignen sich in der Schule, im Beruf und auch in vielen privaten Dingen, wenn es darum geht, Informationen aufzubereiten.
Installation von Freemind
- Freemind muss man sich als Erstes herunterladen. Nicht erschrecken! Auch wenn die Webseite in englisch ist, ist das Programm selbst auf deutsch! Da Freemind ein OpenSource-Produkt ist, ist es frei und kostenlos verfügbar. Ich empfehle, dass man sich die „All inclusive” Version herunterlädt, da hier auch die Möglichkeit besteht, die fertigen Mindmaps als PDF-Dateien zu exportieren.
- Freemind basiert auf der Programmiersprache Java. Damit Freemind funktioniert, benötigt man auch das kostenlose Java.
- Zunächst muss man Java installieren. Anschließend wird Freemind installiert.
- Hinweis für Linux-User: Holt euch auch das all inclusive „any” binary, entpackt das Archiv, und startet das Shell-Skript.
Nach dem Start
Die Oberfläche von Freemind wird wohl jedem weitgehend vertraut sein. In der Symbolleiste oben finden sich Textformatierungen, z.B. kursiv, fett. Die linke Symbolleiste bietet kleine Icons an, die eine Information - ab sofort Knoten genannt - bildlich aufpeppen. Damit fällt es unserem Gehirn noch leichter, sich an die Knoten zu erinnern.
Unser erstes Dokument
Ein neues Dokument erstellen wir mit „Datei > Neu”. In der Mitte zeigt sich ein zentraler Knoten sozusagen die „Überschrift”. Einfach darauf klicken und zum Beispiel „Mathe-Arbeit 1″ eingeben.
Tipp: Wem die Darstellung zu klein ist, der kann die Ansicht heranzoomen. Dazu einfach die STRG-Taste gedrückt halten und das Mausrad drehen.
Bedienkonzept - Grundwissen
Einen neuen Knoten fügen wir durch Druck auf die EINFG-Taste hinzu. Mit der ENTF-Taste entfernen wir einen Knoten. Mit der Enter-Taste fügen wir einen neuen Knoten auf der selben Ebene hinzu.
Knoten formatieren
Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Knoten, öffnet sich ein Kontextmenü. Im Kontextmenü bei „Format” können die Knoten mit einer Wolke versehen werden, eine eigene Farbe erhalten und anderes mehr. Um eine inhaltliche Beziehung zwischen zwei Knoten herzustellen - wofür sich Mindmaps ja ideal eignen -, werden sie miteinander verbunden. Dazu werden die zwei Knoten markiert und die STRG- mit der L-Taste gedrückt Die Verbindung selbst kann durch Anklicken mit der linken Maustaste verformt werden. Die Farbe, Pfeilform etc. wird mit der rechten Maustaste angepasst.
Tipp: Wenn es einmal vor lauter Knoten zu unübersichtlich werden sollte, können durch Druck auf das „+” und „-”-Symbol in der Symbolleiste oben, die Knoten ein- und ausgeblendet werden.
Im Kontextmenü befindet sich auch der Punkt „Knoten in einem separaten Editor bearbeiten”. Damit brechen wir ein langes Wort an einer von uns gewollten Stelle um. Lange Knoten werden so etwas kompakter dargestellt.
Knoten bewegen
Mindmaps, die man auf Papier entwirft, haben einen Nachteil: Einmal aufgeschriebene Knoten lassen sich nicht mehr verschieben. Wie gut, dass wir Freemind haben!
Klicken wir einen Knoten mit der linken Maustaste an, färbt er sich grau. Diesen ziehen wir jetzt einfach auf einen anderen Knoten (Zielknoten). Jetzt haben wir zwei Optionen:
- Den verschobenen Knoten auf der selben Ebene einfügen, wie der Zielknoten, oder wir machen ihn
- zu einem Unterknoten.
Um den Unterschied zu verdeutlichen, fahren wir auf dem Text des Zielknotens mit der Maus einfach mal von links nach rechts und zurück. Wir erkennen, dass sich die graue Fläche des Zielknotens entweder oben oder an der Seite grau färbt. Je nachdem, ob wir 1) oder 2) erzeugen möchten, lassen wir die linke Maustaste wieder los.
Sollen die Knoten insgesamt etwas weiter voneinander abstehen, müssen wir mit der Maus an den Ursprung des Knotens fahren. Es erscheint eine Ellipse, die wir mit der linken Maustaste anklicken, um den Knoten verschieben zu können.
Tipp: Wer ein automatisches Layout wünscht, das für den Ausdruck optimal an die Seitengröße angepasst und farblich formatiert ist, findet die Option im Menü unter „Format > Automatisches Layout”. Damit ersparen wir uns bei einem einheitlichen Layout das lästige Einfärben der Knoten. Im unteren Beispiel wurden die Knoten der ersten Ebene blau und die Knoten der zweiten Ebene grün formatiert.
Am Schluss wird unser Dokument gespeichert oder exportiert. Am besten man probiert die Exportfunktionen einfach mal aus.
Dieser Artikel wurde in ähnlicher Form in der Zeitschrift MagDriva 2/2006 veröffentlicht, wo ich auch einige Fotos eingearbeitet habe. Der Artikel unterliegt der Lizenz: GFDL 1.1.

18. September 2008 um 18:28 Uhr
Hallo,
seit über 2 Jahren bin ich begeisterter Anwender dieser Software:
-> Schnelle, flexible Erfassung von Gedanken (auch bei Gruppenarbeit bzw. Teambesprechungen)
-> „Erinnerungsstütze” bei Präsentationen und Ersatz zu Powerpoint
Sehr empfehlenswert!
Grüße aus Auderath
B. Peter
31. März 2012 um 04:36 Uhr
Frage: ich habe eine bestehende Mindmap mit etlichen Verzweigungen und möchte bezüglich eines neuen Anordnungswunsches die (hier
Basiszweige teils um 180° um die Grundblase verschieben, dann sieht das doof und unübersichtlich aus. kann man den ansatz der arme/wurzeln verschieben um in meinem fall für mehr übersicht zu sorgen ?
31. März 2012 um 10:14 Uhr
Ich nutze nur noch Freeplane - einen aktiven zu Freemind kompatiblen Fork - dort kann ich einen Zweig markieren und mit gedrückter linker Maustaste die Abstände zwischen den Zweigen verändern, indem ich daran ziehe.
freeplane.org