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Im Dialog mit einer Kollegin

1. November 2011 von Marek Breuning | 1 Kommentar

Meine Kol­le­gin von der Seite Frosch­klasse schreibt mir, nach­dem sie die Videos bei Was Jun­gen brau­chen ange­se­hen und die Zitate gele­sen hat:

Lie­ber Marek,

du hast ja bewusst Zitate aus dem sechs­ten Video ein­ge­fügt und dabei auch noch ein­mal unter­schie­den: fett gedruckte und normale.

Ich selbst würde gerne ein wenig mehr deine Mei­nung lesen, aber das geht mir oft so ;-) - nicht nur bei dir!

Ich selbst kann zwar zu 90 % dei­nen Zita­ten fol­gen, aber ein gro­ßes Pro­blem habe ich mit dem Zitat des Hirn­for­schers G. Hüther: „Man hängt der Illu­sion nach, dass man einen Lern­pro­zess vor­her struk­tu­rie­ren könnte.” Natür­lich kann ich kei­nen Lern­pro­zess für alle meine Schü­ler struk­tu­rie­ren, trotz­dem muss ich mir doch Gedan­ken dar­über machen, wie ich meine Kids errei­che und somit schon eine bzw. meh­rere Struk­tu­ren hin­ein­brin­gen - die jedoch für jede Lern­gruppe anders aus­se­hen mag bzw. mögen.

Ich möchte es gerne an einem Bei­spiel fest­ma­chen: Schü­ler A jetzt im drit­ten Schul­jahr neu in der Klasse, er hat drei Jahre leh­rer­zen­trier­ten Unter­richt hin­ter sich - jetzt soll er ein Wis­sens­pla­kat erstel­len und ist schon mit dem Lesen der Anlei­tung total über­for­dert - bis­her wurde alles genau erklärt und er musste nur klein­schrit­tig der Leh­rer­an­wei­sung fol­gen: Schreib ab! Rechne aus! Lies vor!

Ihn kann ich nicht alleine las­sen, son­dern muss sozu­sa­gen eine Struk­tur in sei­nen Lern­pro­zess brin­gen - ihn lang­sam auf offe­nere For­men vorbereiten.

Für A. könnte ich auch B. oder C. oder D. ein­set­zen - Kin­der, die es ein­fach nicht schaf­fen - aus unter­schied­li­chen Grün­den - ohne vor­ge­ge­bene Struk­tu­ren im offe­nen Unter­richt zu über­le­ben. Natür­lich kön­nen sie darin über­le­ben aber kön­nen sie wirk­lich nach der vier­ten Klasse den Über­gang schaf­fen? Und der Über­gang ist vor­ge­ge­ben - auch wenn wir uns ihn anders wün­schen wür­den, denke ich, wer­den die Kin­der und Eltern manch­mal „sehr unsanft” auf einen ande­ren Boden der Tat­sa­chen geholt, wie wir Grund­schul­leh­rer uns dies wün­schen würden.

Und das bringt mich zu einem wei­te­ren Punkt: Wie sinn­voll sind unsere Anstren­gun­gen in der Grund­schule was „offe­nen Unter­richt” angeht, wenn dies ab der 5. Klasse nicht wei­ter­ge­führt wird.

Wo sind die muti­gen Leh­rer und Schul­lei­tun­gen in den wei­ter­füh­ren­den Schulen?

In der Rea­li­tät sehe ich wenige - viel­mehr Lehr­kräfte (z.B. Mathe­ma­tik, so in der letz­ten Fach­kon­fe­renz im Schul­be­zirk erlebt), wel­che uns „Wunsch­lis­ten” ein­rei­chen, die den Grund­schul­un­ter­richt in Mathe­ma­tik auf das Beherr­schen der Grund­re­chen­ar­ten und das „ordent­li­che Schrei­ben” in Rechen­käst­chen redu­zie­ren möch­ten - ach nein, der rich­tige Umgang mit Lineal wird auch noch gefor­dert ;-)

Ich ant­worte ihr darauf:

Liebe Kol­le­gin,

zu mei­ner Mei­nung: Ich teile die Mei­nung der drei ein­ge­la­de­nen Gäste - im sechs­ten Video -, denn die ande­ren Teile habe ich nur über­flo­gen. ;-)

Du schreibst: „Natür­lich kann ich kei­nen Lern­pro­zess für alle meine Schü­ler struk­tu­rie­ren, trotzdem…”

Du hast bei dir einen Jun­gen, der ein Pla­kat erstel­len soll und bis­her in einer ande­ren Klasse alles vor­ge­kaut bekam. Mit dem Pla­kat ist er, wie du sagst, über­for­dert. Ich frage mich nun, warum soll er dann gerade jetzt eines erstel­len? Wenn er es aber jetzt machen soll und nicht weiß, wie das geht, klar, dann würde ich sei­nen Lern­weg vorstrukturieren.

Zwei mög­li­che alter­na­tive Wege sehe ich hier, die hof­fent­lich im Sinne Hüthers wären und die ich auch prak­ti­ziert habe:

Wei­ter­le­sen →

5. September 2011
von Marek Breuning
Keine Kommentare

Was soll ich damit machen?!

Ich unter­richte eine Stunde in einer ande­ren Klasse, Lese­er­zie­hung. Unter ande­rem habe ich heute ein paar Lese­blät­ter bereit­ge­stellt. Die gut erzo­ge­nen Kin­der haben sich, wie nicht anders zu erwar­ten war, alle einen der ver­schie­de­nen Lese­texte aus­ge­sucht und los­ge­legt. Wenige Minu­ten … Wei­ter­le­sen

27. Juli 2011
von Marek Breuning
2 Kommentare

Hirngerechtes Lernen beflügelt

So den­ken viele, wenn sie sich an ihre Schu­le­zeit erin­nern: Leh­rer sind „Wis­sens­ver­mitt­ler”, sie brin­gen einem was bei. Ler­nen bedeu­tet Aneig­nung von Wis­sen. Es gibt Zei­ten des Ler­nens sowie des Nicht-Lernens. Diese drei Punkte geben das zemen­tierte Bild vie­ler Gene­ra­tio­nen wie­der, … Wei­ter­le­sen

6. Juni 2011
von Marek Breuning
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Stufen offenen Unterrichts

Fra­gen Sie zehn Leh­re­rin­nen, was sie unter „offe­nem Unter­richt” ver­ste­hen und wie er bei ihnen aus­sieht, und sie erhal­ten 20 ver­schie­dene Ant­wor­ten. „Mit Offen­heit des Unter­richts ist nicht eine bestimmte Methode gemeint, son­dern viel­mehr die Sicht­weise wel­che der Leh­rende von … Wei­ter­le­sen

3. Juni 2011
von Marek Breuning
13 Kommentare

Dürfen Sie das eigentlich?

„Eine Leh­re­rin, eine „echte“ Leh­re­rin, ist unter den heu­ti­gen Besu­chern unse­rer Schule (der Grund­schule Har­mo­nie). Sie sieht was sie sieht: Ein bun­tes Durch­ein­an­der von selbst ler­nen­den Kin­dern, Jahr­gangs und Klas­sen über­grei­fend, alleine oder in Grup­pen, auf dem Flur, in den … Wei­ter­le­sen

3. Juni 2011
von Marek Breuning
Keine Kommentare

Grundschule Harmonie

Alle fol­gen­den Arti­kel sind der Ein­fach­heit hal­ber direkt ver­linkt mit der Seite der Grund­schule Har­mo­nie. Sie ent­stam­men alle aus dem recht unüber­sicht­li­chen Artikel-Bereich der Schule. Anne Witt: Die Bedeu­tung des offe­nen Unter­richts für die Bil­dungs­chan­cen Anto­nia Specht, Gesa Balke, Umset­zung … Wei­ter­le­sen

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