Lesen und Schreiben sind zwei zentrale Fähigkeiten, die Kinder spätestens im Laufe der ersten Klasse zu (er)lernen beginnen. Da Kinder unterschiedlich lernen, ist das Können der Kinder verschieden stark ausgeprägt.
Am Ende von Klasse 1 kann man die erworbenen Fähigkeiten in folgende Stufen bzw. Teile gliedern:
Schreibkompetenzen
1. Stufe: elementare Kenntnisse
- kann jedem Laut einen Buchstaben zuordnen
- kann alle Buchstaben erkennbar abbilden
- bildet einfache Wörter lautgetreu ab
- bildet längere Wörter nur mit Hilfe vollständig ab
2. Stufe: grundlegende Kenntnisse
- verfügt über eine sichere alphabetische Strategie
- kann alle Buchstaben formgetreu schreiben
- schreibt kurze einfache Sätze selbstständig
3. Stufe: selbstständiges Erfassen und Bearbeiten von Inhalten
- wendet beim Schreiben geübte orthografische Regeln an
- benutzt im Wort nur Kleinbuchstaben
- schreibt kleine Sätze und Texte mit erkennbarer Struktur
4. Stufe: außergewöhnliche Kenntnisse und Fähigkeiten
- benutzt schon vielfältiges Wortmaterial
- verfügt über orthographisches Grundwissen
- schreibt ausführliche Texte mit gut strukturierten Sätzen
Lesekompetenzen
- Art des Vorlesens: Buchstaben aneinander reihen vs. Lesen in Wortgruppen (Silben)
- Lesetempo: stockend, langsam vs. flüssig, mit Tempowechsel zur Gestaltung
- Lesegenauigkeit: Ratefehler vs. wenige Fehler bzw. gelesene Fehler, die aber den Sinn nicht stören, werden nicht mehr verbessert
- Aussprache: Sprachfehler (Lispeln, Stottern) vs. klares, ausdrucksvolles Vorlesen
Quelle: Beurteilungskriterien von einer Kollegin
