An Ostern 2009 habe ich mir ein Netbook gegönnt, einen Eee 1000HE. Schnell verspürte ich die Lust daran, das Netbook auch für meinen Unterricht, für meine Vor- und meine Nachbereitungen in der Klasse einzusetzen. Anfangs hieß das, dass ich mir Dokumente mit OpenOffice für jede Gelegenheit anlegte. Dies hatte irgendwann viele Nachteile! Später versuchte ich mich am hippen Cloud-Computing, was sich aufgrund der unzureichenden technischen Infrastruktur in der Schule als gänzlich ungeeignet erwies. Seit diesem Sommer 2010 nutze ich ZIM. ZIM ist ein Wiki-System, das lokal auf dem Netbook installiert wird. Es wird für Windos und Linux entwickelt, ideal für mich als langjährigen Linuxuser. ZIM läuft sehr sparsam im Systray und lässt sich blitzschnell aufrufen. Weitere Vorteile von ZIM sind:
- Das Speichern erfolgt on-the-fly. Alles, was man eintippt, wird sofort und automagisch gespeichert. Man muss nichts mehr manuell abspeichern. Das erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit enorm!
- Gespeichert werden alle Daten transparent. So bin ich langfristig flexibel und nicht an ZIM zwangsgebunden, wenn ich irgendwann mal auf ein anderes Programm wechseln sollte.
- Es können Hyperlinks zwischen einzelnen Seiten, zu beliebigen Dateitypen (PDF, JPG, etc.) und zu Webseiten gesetzt werden.
- ZIM versteht Wiki-Syntax für Textformatierungen! Wunderbar!
Wie nutze ich ZIM für die Klassenorganisation zu Hause?
Auf der Seite HOME, halte ich in einer Todo-Liste alles rund um meine Klasse fest, das unmittelbar bevorsteht und ich abarbeiten muss. Ich habe eine Seite CHECKLISTEN mit mehreren Unterseiten eingerichtet, um zu sehen, welche Kinder wann und wie bestimmte Aufgaben erledigt haben, zum Beispiel Buchvorstellungen, Referate, Wissensposter etc. Weitere Unterseiten sind die Rechen- und Schreibhefte, wo ich mir zu jedem Namen kurze Kommentare notiere, und Geld, wo ich eingesammeltes Geld für alle möglichen Gelegenheiten abhake. Eine weitere Seite ist der FÖRDERKREIS. Hier halte ich meine Förderideen für die Kleingruppe oder einzelne Schüler fest und auch, wann und was ich mit welchen Kindern im Kreis gemacht habe. Als letztes findet sich die Seite PLANUNGEN mit den Unterseiten für die einzelnen Fächer, für den jahrgangsübergreifenden Unterricht und den freiwilligen Einstein-Kreis mit den Aufgaben für interessierte Schüler. Wunderbar ist nun, dass ich vorbereitete Arbeitsblätter einfach in ZIM verlinken kann und so unkompliziert darauf zugreifen kann.
Nach der Schule nehme ich mir in der Regel die Zeit, um meine Beobachtungen zu einzelnen Schülern aufzuschreiben. Dazu habe ich die Seite BEOBACHTUNGEN erstellt. Jedem Schüler habe ich dann eine eigene Unterseite gewidmet. Jede Schülerseite enthält die Punkte Beobachtungen, Stuhlkreis, Zeugnis und Eltern. Bei den Beobachtungen halte ich stichpunktartig fest, wenn und was mir etwas auffällt, welche Fähigkeiten ein Kind bereits erworben hat und sie anwenden kann, was es noch lernen muss etc. Eben alles, bei dem ich denke, das es wichtig ist für meine Arbeit mit den Kindern. Daraus leite ich u.a. Förderideen ab. Der Punkt Stuhlkreis bezieht sich auf einzelne Arbeitsergebnisse und Hausaufgaben des Kindes, die es im Stuhlkreis vorstellt. Ich halte nicht immer und auch nicht alles fest. Es geht vielmehr um wichtige Dinge, wichtige Schritte, die das Kind genommen hat. Zeugnisse meint, dass ich mir hier im Laufe des Halbjahres Dinge notiere, die ich dem Kind unbedingt auf das Zeugnis schreiben möchte. Zum Schluss schreibe ich mir noch auf, was bei Elterngesprächen besprochen wurde.
Wie nutze ich das Programm in der Schule?
Wie ich oben geschrieben habe, speichert ZIM alle Eingaben on-the-fly. Das Netbook hole ich mittlerweile immer öfter mit in den Stuhlkreis. So kann ich mir sofort die Arbeitsergebnisse des Tages oder auch Hausaufgaben notieren, wenn die Kinder ihre Ergebnisse vorstellen und vorzeigen. In diesen Fällen ist das Speichern on-the-fly von unschätzbarem Wert!
Meine Erfahrungen mit ZIM
Mit ZIM habe ich endlich DIE Lösung gefunden, mit der ich meine Mitschriften unkompliziert in einer Anwendung verwalten kann. Es wirkt vielleicht auf den ersten Blick sehr umfangreich, was ich mir alles aufschreibe. Dieser Aufwand relativiert sich aber, wenn man weiß, wie ich den Unterricht bei mir organisiert habe. Außerdem heißt es auch nicht, dass ich jeden Tag immer zu jedem Schüler etwas notiere. Mal gibt es mehr zu beobachten, mal weniger und auch mal gar nichts.
Bisher verwalte ich Noten noch in einem separaten Tabellendokument. In nächster Zeit werde ich versuchen, diese Daten auch in ZIM zu übertragen. Mal schauen, ob sich ZIM hierfür langfristig bewährt.
Gesichert werden alle mit ZIM verwalteten Daten beim Herunterfahren oder bevor das Netbook in den Standby-Modus schaltet, automagisch mit GnuPG und einem 1024-bit starken DSA/ElGamal-Schlüssel. So sind alle Daten gegen unbefugten Zugriff sicher geschützt.
Weitere Infos, wie andere Kollegen ihren Workflow eingerichtet haben:
